How to poker: Wir geben dir Tipps rund ums Pokern. Von der ersten Hand bis hin zu richtigen Strategien. Wir nehmen dich mit auf deine Reise in das schönste Spiel der Welt!

Poker Hände: Welche Hand schlägt welche? Dein kompletter Leitfaden

Ist dir das auch schon mal passiert? Du sitzt in einer Pokerrunde, spielst eine Hand vorsichtig bis zum Showdown, weil du denkst, dass du nur ein Paar hast weil du die Reihenfolge der Poker Hände vielleicht nicht kanntest und denkst, dass du damit nicht viel reißen kannst. Als die Karten aufgedeckt werden, starrt dich der ganze Tisch an: Du zeigst eine Straight. Ein weitaus stärkeres Blatt als gedacht, das du aber nicht erkannt hast. Das Gefühl aus Verlegenheit und Frust und Ärger über sich selbst ist unbeschreiblich – und außerdem weiß jetzt die ganze Runde, wie wenig Ahnung du vom Spiel hast.

Gewinne mehr Chips mit den richtigen Poker Händen

Beim Poker musst du nun mal gelegentlich innerhalb von Sekunden entscheiden, ob dein Blatt gewinnt oder verliert. Und (wie oben gesehen) genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Wer die Rangliste der Poker-Hände nicht im Schlaf beherrscht, verliert Chips – schlicht weil er nicht
weiß, was er eigentlich in Händen hält, oder zu spät merkt, dass der Gegner ihn bereits geschlagen hat.

Im Folgenden zeigen wir dir übersichtlich (mit Beispielen und Kartenbildern) welche Hand welche schlägt, was bei einem Gleichstand passiert und worauf du speziell bei Texas Hold’em achten musst – schließlich ist das die beliebteste Pokervariante weltweit.

Ein kleiner Tipp: Setz dir ein Lesezeichen – das hier wirst du als Nachschlagewerk öfter brauchen, als du jetzt vielleicht denkst.

Bevor es richtig losgeht, noch eine Bemerkung: Wir sprechen im gesamten Text nur von »Spieler« (in der männlichen Form). Das ist rein der besseren Lesbarkeit geschuldet und sollte nicht als Diskriminierung verstanden werden.

Das ist die Reihenfolge der Poker Hände

Die Rangliste der Poker-Hände: Von stark nach schwach. Es gibt insgesamt zehn verschiedene Poker-Hände, die in einer festen, weltweit einheitlichen
Reihenfolge stehen. Das Prinzip dahinter ist simpel: Je seltener eine Kombination (statistisch gesehen) in einem 52-Karten-Deck vorkommt, desto weiter oben steht sie in der Rangliste – und desto mehr schlägt sie jede darunterliegende Poker-Hand, unabhängig davon, wie hoch deren

Einzelkarten sind. Diese Rangfolge gilt praktisch identisch in allen gängigen Pokervarianten, egal ob Texas Hold’em, Omaha oder Seven Card Stud. Nur die Art und Weise, wie du zu deiner endgültigen Fünf-Karten-Hand kommst, unterscheidet sich je nach Variante.

Kleiner Tipp für Einsteiger: Je mehr Bedingungen eine Poker-Hand gleichzeitig erfüllen muss – gleiche Farbe, aufeinanderfolgende Ränge, mehrere gleiche Werte –, desto weiter oben steht sie in der Liste. Zum Beispiel verlangt ein Flush »nur« dieselbe Farbe bei allen fünf Karten. Ein Straight
Flush verlangt dagegen zusätzlich noch die richtige Reihenfolge – deshalb ist er deutlich seltener und stärker. Mit diesem Grundkonzept im Kopf fällt es leichter, sich die komplette Rangliste dauerhaft zu merken, anstatt sie stur auswendig zu lernen.

  1. Royal Flush
    Der unschlagbare »König« unter den Poker-Händen: Fünf aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe, angeführt vom Ass. Es gibt nur vier Möglichkeiten, einen Royal Flush zu bilden, nämlich eine pro Farbe (Pik, Herz, Karo, Kreuz) – was ihn statistisch zur seltensten und damit stärksten Hand im gesamten Spiel macht. Die Wahrscheinlichkeit, dass du an einem Pokertisch überhaupt mal einen Royal Flush zu Gesicht bekommst, liegt im niedrigen Promillebereich. Und solltest du tatsächlich mal einen Royal Flush bekommen, kannst du praktisch sicher sein, dass keine andere Hand am
    Tisch dich schlägt.
    Beispiel: A♠K♠Q♠J♠10♠
  2. Straight Flush
    Fünf aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe, aber ohne Ass an der Spitze. Ein Straight Flush ist extrem selten und verliert nur gegen den Royal Flush oder einen anderen, höheren Straight Flush. Bei zwei Straight Flushes am Tisch entscheidet die höchste Karte der Reihe – ein Straight
    Flush bis zur Dame schlägt also einen bis zum Buben.
    Beispiel: 9♥8♥7♥6♥5♥
  3. Vierling (Four of a Kind)
    Vier Karten desselben Werts plus eine beliebige fünfte Karte als Kicker. Auch »Poker« oder »Quads« genannt, ist der Vierling eine der stärksten Hände, die du in der Praxis in der Hand halten wirst – anders als der Royal Flush oder der Straight Flush, die so selten sind, dass sie eher ins Reich
    der Legenden gehören. Bei zwei Vierlingen entscheidet ausschließlich der Rang der vier gleichenKarten, der Kicker spielt nur bei absolut identischem Vierling überhaupt eine Rolle. Beispiel: K♣K♦K♥K♠7♠
  4. Full House
    Ein Drilling, kombiniert mit einem Paar. Benannt wird ein Full House nach dem höheren Wert, etwa »Damen über Achten« – nach dem englischen »Queens full of Eights«. Bei Gleichstand zwischen zwei Full Houses entscheidet immer zuerst der Rang des Drillings – ein Full House mit
    drei Damen schlägt also jedes Full House mit einem niedrigeren Drilling, selbst wenn dessen Paar höher wäre.
    Beispiel: Q♣Q♦Q♥8♠8♣
  5. Flush
    Fünf Karten derselben Farbe, aber nicht in fortlaufender Reihenfolge. Wichtig: Die Farbe selbst (Pik, Herz, Karo, Kreuz) hat im Poker keinen eigenen Rang – zwei Flushes werden ausschließlich anhand ihrer höchsten Karte verglichen, dann anhand der zweithöchsten und so weiter, bis eine
    Karte den Unterschied macht.
    Beispiel: A♦J♦8♦5♦2♦
  6. Straße (Straight)
    Fünf aufeinanderfolgende Karten, egal von welcher Farbe. Das Ass ist hier ein Sonderfall: Es kann sowohl als höchste Karte im Straight bis zum König gelten (10-J-Q-K-A) als auch als niedrigste Karte, beim sogenannten »Wheel« (A-2-3-4-5). Beide Varianten sind gültige Straights, das Ass darf
    dabei aber niemals »um die Ecke« gespielt werden.
    Beispiel: 7♣6♦5♥4♠3♣
  7. Drilling (Three of a Kind)
    Drei Karten desselben Rangs plus zwei unabhängige Kicker. Ein Drilling wird auch als »Trips« oder »Set« bezeichnet, je nach der genauen Formation des Blatts. Von einem Set spricht man, wenn die Startkarten ein Paar enthalten und zusammen mit einer Gemeinschaftskarte des gleichen Werts
    ein Three of a Kind bilden; von Trips ist die Rede, wenn die Gemeinschaftskarten ein Paar enthalten und zusammen mit einer der beiden Startkarten ein Three of a Kind ergeben. Bei gleichem Drilling-Rang entscheiden nacheinander die beiden Kicker.
    Beispiel: 9♠9♥9♦K♣4♦
  8. Zwei Paare (Two Pair)
    Zwei unterschiedliche Paare plus eine fünfte Karte als Kicker. Zwei Paare gehören zu den häufigsten starken Händen im Showdown und entscheiden regelmäßig mittelgroße Pots. Beim Vergleich zählt zuerst das höhere Paar, dann das niedrigere – und erst danach der Kicker.
    Beispiel: J♠J♥4♦4♣A♠
  9. Ein Paar (One Pair)
    Zwei Karten desselben Rangs plus drei Kicker. Ein einzelnes Paar ist die am häufigsten vorkommende benannte Poker-Hand überhaupt. Sie reicht aber oft nur gegen sehr schwache Gegner-Hände zum Sieg und wird am Ende einer Hand häufig von stärkeren Kombinationen
    geschlagen.
    Beispiel: 10♣10♦K♠7♥2♣
  10. Höchste Karte (High Card)
    Keine der obigen Kombinationen trifft zu. Es zählt schlicht die höchste Einzelkarte, gefolgt von der zweithöchsten und so weiter, falls auch diese identisch sein sollte. Die schwächste aller Poker-Hände – aber immer noch besser als gar keine Hand zu haben, und am Showdown durchaus
    gewinnfähig, wenn niemand am Tisch etwas Besseres trifft.
    Beispiel: A♠J♦8♥6♣3♠ (»Ass hoch«)

Regeln bei Gleichstand: Was passiert, wenn zwei Spieler dieselbe Hand haben?

Ein Gleichstand auf Kategorie-Ebene – etwa wenn zwei Spieler jeweils ein Paar haben oder beide einen Flush zeigen – bedeutet noch lange nicht automatisch, dass der Pot geteilt wird. Zuerst wird immer der Rang der Hauptkombination verglichen: Ein Paar Könige schlägt ein Paar Damen, ein
Drilling Achten schlägt einen Drilling Sechsen, ein Full House mit drei Assen schlägt jedes Full House mit einem niedrigeren Drilling. Erst wenn auch dieser Rang bei beiden Spielern exakt identisch ist, kommen die sogenannten »Kicker« ins Spiel – die Beikarten, die eine Poker-Hand auf
fünf Karten auffüllen.

Ein konkretes Beispiel: Spieler A hält zwei Paare (Buben und Vierer) mit einem Ass als fünfter Karte, Spieler B hält ebenfalls Buben und Vierer, aber mit einer Dame als fünfter Karte. Da beide Paar-Kombinationen identisch sind, entscheidet der höhere Kicker: Spieler A gewinnt mit seinem
Ass gegen Spielers B Dame. Bei einem Flush wird auf die gleiche Weise Karte für Karte von oben nach unten verglichen, bis irgendwo ein Unterschied auftaucht; bei einem Straight zählt schlicht die höchste Karte der Reihe.

Was geschieht bei einem Unentschieden?

Nur wenn wirklich jede der fünf relevanten Karten in Wert und Rang bei beiden Spielern identisch ist, kommt es zu einem echten Split Pot – einem Pott, bei dem sich die beteiligten Spieler den Gewinn zu gleichen Teilen teilen. Das passiert häufiger, als man denkt, insbesondere bei Texas Hold’em, wenn ein starkes Board mehrere Spieler gleichermaßen »trifft« – etwa wenn auf dem Board bereits ein Straight liegt und keiner der Spieler mit seinen Hole Cards eine bessere Kombination bilden kann. In solchen Fällen »spielt das Board« für alle Beteiligten gleichermaßen, und der Pot wird ohne weitere Diskussion gleichmäßig aufgeteilt.

Die Farbe einer Karte spielt bei diesem gesamten Vergleich in den allermeisten Pokervarianten übrigens keine Rolle für die Rangfolge zwischen Spielern – sie dient ausschließlich dazu, Kombinationen wie Flush oder Straight Flush überhaupt erst zu definieren, aber nicht dazu, zwischen zwei ansonsten gleichwertigen Händen zu entscheiden. Manche Hausregeln in Heimrunden weichen davon zwar ab, am offiziellen Turniertisch gilt diese Regel aber praktisch ausnahmslos.

Poker-Hände speziell bei Texas Hold’em

Bei Texas Hold’em, der weltweit populärsten Pokervariante, bekommt jeder Spieler zunächst zwei verdeckte Startkarten, die sogenannten »Hole Cards«. Im Laufe der Einsatzrunden kommen dann bis zu fünf offene Gemeinschaftskarten auf dem Board dazu – drei beim Flop, eine beim Turn, eine beim River. Am Showdown zählt jedoch nicht, wie viele deiner eigenen Karten du tatsächlich benutzt: Entscheidend ist ausschließlich das beste 5-Karten-Blatt, das sich aus allen sieben verfügbaren Karten bilden lässt – deinen zwei Hole Cards plus den fünf Board-Karten.

Das bedeutet konkret: Du darfst für deine endgültige Poker-Hand beide deiner Startkarten nutzen, nur eine davon, oder sogar keine einzige. Wenn das Board selbst bereits die stärkste mögliche Kombination liefert – etwa einen Straight, der komplett aus den fünf Gemeinschaftskarten besteht, ohne dass deine Hole Cards etwas beitragen –, dann »spielt das Board«. In diesem Fall teilen sich alle verbliebenen Spieler am Tisch automatisch den Pot, unabhängig davon, was für Hole Cards sie individuell hielten.

Das macht Texas Hold’em so anspruchsvoll

Genau dieser Mechanismus macht Texas Hold’em taktisch so anspruchsvoll: Du musst nicht nur die Qualität deiner eigenen aktuell besten Hand einschätzen, sondern ständig mitdenken, welche Poker-Hände deine Gegner theoretisch aus demselben, für alle sichtbaren Board bilden könnten.
Ein Board mit drei Karten derselben Farbe etwa bedeutet, dass jeder Spieler mit einer passenden Karte auf der Hand potenziell einen Flush hält – eine Information, die erfahrene Spieler aktiv in ihre Entscheidungen einbeziehen. Wie du schon vor dem Flop die Qualität deiner beiden
Startkarten richtig einschätzt, erfährst du im Detail in unseren ersten Artikel über die Pokerregeln [link to: /poker-regeln] sowie in der ausführlichen Preflop-Tabelle [link to article 7: /preflop-tabelle].

Visuelle Schnellübersicht

Für den schnellen Blick zwischendurch – ob beim Lernen am Bildschirm oder direkt am Spieltisch – haben wir hier die komplette Rangliste noch einmal kompakt zusammengefasst:

Rang Poker-Hand Kurzbeschreibung


1 Royal Flush A-K-Q-J-10, eine Farbe
2 Straight Flush 5 fortlaufende Karten, eine Farbe
3 Vierling 4 Karten gleichen Werts
4 Full House Drilling + Paar
5 Flush 5 Karten, eine Farbe
6 Straight 5 fortlaufende Karten, gemischte Farben
7 Drilling 3 Karten gleichen Werts
8 Zwei Paare 2x Paar
9 Ein Paar 2 Karten gleichen Werts
10 Höchste Karte Keine Kombination


Diese Tabelle eignet sich hervorragend als Spickzettel für den Alltag: Ausdrucken, als Foto aufs Handy speichern oder neben den Bildschirm legen – und du musst nie wieder überlegen, ob ein Flush oder ein Straight die Nase vorn hat. Gerade in der Lernphase hilft es enorm, sich die Rangliste optisch einzuprägen, statt sie nur auswendig herunterzubeten: Wer sich die zehn Kombinationen einmal bildlich vorstellt, erkennt sie am Tisch deutlich schneller wieder, ohne lange nachrechnen zu müssen.

Häufige Verwechslungen

Selbst erfahrene Spieler vertauschen gelegentlich zwei Poker-Hände – meist unter Zeitdruck am Tisch, wenn schnell entschieden werden muss. Die mit Abstand häufigste Verwechslung ist »Flush gegen Straight«: Ein Flush (fünf Karten derselben Farbe) schlägt einen Straight (fünf fortlaufende
Karten in gemischten Farben) immer, weil ein Flush statistisch seltener vorkommt. Viele Poker- Einsteiger merken sich das zunächst intuitiv falsch herum, weil ein Straight optisch oft »geordneter« wirkt.

Ebenfalls weit verbreitet ist die irrtümliche Annahme, ein Full House sei schwächer als ein Flush. Tatsächlich verhält es sich genau umgekehrt: Ein Full House steht in der Rangliste klar über dem Flush, weil die Kombination aus Drilling und Paar seltener zustande kommt.

Die Doppelrolle des Asses

Auch die Doppelrolle des Asses sorgt regelmäßig für Verwirrung: Das Ass zählt in aller Regel als höchste Karte im Deck, kann bei einem Straight aber ausnahmsweise auch als niedrigste Karte fungieren (A-2-3-4-5, das »Wheel«). Wichtig ist dabei: Ein Ass darf niemals »um die Ecke« gespielt
werden – eine Abfolge wie Dame-König-Ass-2-3 ist keine gültige Straight, auch wenn sie auf den ersten Blick zusammenhängend aussieht.

Zuletzt wird oft der Kicker unterschätzt: Viele Spieler denken, zwei identische Paare am Tisch bedeuten automatisch einen Split Pot, vergessen dabei aber, dass die Beikarten (Kicker) häufig den entscheidenden Unterschied machen. Ein echtes Unentschieden ist am Ende deutlich seltener, als
die meisten Einsteiger zunächst annehmen.

Vom Blatt zur Strategie

Jetzt, wo du jede Poker-Hand sicher erkennst und weißt, wie Gleichstände aufgelöst werden, lohnt sich der nächste Schritt: Im Poker-Glossar findest du alle wichtigen Fachbegriffe rund um Poker-Hände und Spielzüge kompakt erklärt – ideal, wenn dir am Tisch einmal ein Ausdruck begegnet, den du noch nicht kennst. Wenn du außerdem wissen willst, mit welchen Starthänden sich das Weiterspielen überhaupt lohnt, wirf einen Blick auf Starthand-Strategien – dort erfährst du, welche Kombinationen aus zwei Karten die besten Gewinnchancen bieten und wann du besser frühzeitig passt, anstatt deine Chips zu verschwenden. Mit diesem Wissen im Rücken bist du bestens gerüstet, um am Tisch nicht nur mitzuhalten, sondern gezielt und selbstbewusst Entscheidungen zu treffen.

Und solltest du mal keine Hände bekommen, haben wir hier auch noch ein paar Strategie-Tipps für dich!

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